Stadtführung Konsum Global -

Die Geschäfte liefen gut am ersten Novembersamstag in Münsters City. Nicht zum Kaufen waren allerdings acht Umweltschützer zwischen Einkaufszone und Frauenstraße unterwegs. Ulli Wevers (Bundjugend NRW) steuerte mit der Gruppe stellvertretend ausgewählte Geschäfte und Läden an, um auf unerwünschte Nebenwirkungen der Globalisierung hinzuweisen.

Die Lebensmittelbranche ist ein Beispiel für gleichsam inflationären Fleischverbrauch, den damit verbundenen Tier-Futtermittelbedarf und dessen unmittelbare Folgen in anderen Teilen der Welt.

Konfektionsgeschäfte und Handy-Shops warenm weitere Stationen der Konsumkritik: Hochwertige Produkte werden in Niedriglohn-Ländern gefertigt, unter hierzulande längst nicht mehr haltbaren Produktions- und Entsorgungsbedingungen.
Woher die Produkte kommen und welchen Einfluss der Käufer ausüben kann, wird in Münster schließlich im Weltladen 'la Tienda' transparent.

"Wir wollen den Begriff 'konsumieren' bzw. die Wertverschiebung unserer Handelsgüter erklären", meint Ulli Wevers (Foto), "denn wir zahlen heute eigentlich keine realistischen Preise mehr für das, was wir bekommen!"

Die BUNDjugend will mit der erstmals in Münster vorgestellten Tour keine einzelnen Unternehmen anprangern, sondern Hilfestellung leisten, damit der Konsument selbst die globalen Strukturen erkennen kann. Schulklassen könnten dazu Fragebögen entwerfen oder kleine Umfragen durchführen.
Ziel wäre im gü,nstigsten Falle ein aufgeklärter Endverbraucher, der sich seiner Marktmacht bewußt wird und sichtbar Einfluß auf den Markt nimmt.

Text/Bilder: Ulrich Karner